Für die Verfahren zur Erlangung der deutschen Staatsangehörigkeit sind in Berlin die Bezirksämter (Einbürgerungsbehörden) zuständig.  

Für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit gilt zum einen das Abstammungsprinzip. Das bedeutet: Ein Kind wird mit der Geburt Deutsche oder Deutscher, wenn die Mutter oder der Vater, oder beide deutsche Staatsbürger sind.

Seit dem 1. Januar 2000 gilt zusätzlich das Geburtsrecht. Ab diesem Zeitpunkt werden die in Deutschland geborene Kinder von ausländischen Eltern mit der Geburt Deutsche, wenn ein Elternteil sich bei der Geburt seit mindestens 8 Jahren dauerhaft und rechtmäßig in Deutschland aufhält, und freizügigkeitsberechtigter Unionsbürger ist, einem solchen rechtlich gleichgestellt ist oder eine Niederlassungserlaubnis besitzt.

Den Unionsbürgern gleichgestellt sind deren Familienangehörige und Lebenspartner, Staatsangehörige eines EWR-Staates (Island, Liechtenstein, Norwegen), türkische Staatsangehörige, die unter Art. 6 und 7 des Beschlusses Nr. 1/80 des Assoziationsrates EWGTürkei fallen, oder Ausländer mit Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG nach dem Aufenthaltsgesetz und heimatlose Ausländer.

Die deutsche Staatsangehörigkeit kann ferner durch Einbürgerung verliehen werden. Die Einbürgerung muss beantragt werden und wird durch Aushändigung einer besonderen Einbürgerungsurkunde abgeschlossen. Für einen Anspruch auf Einbürgerung oder der Einbürgerung nach Ermessen kommt es auf die Dauer des Aufenthalts, die Sicherung des Lebensunterhalts, Vorstrafen und auf Deutschsprachkenntnisse (in der Regel zumindest auf dem Niveau B1 GER) an. Seit dem 1. September 2008 müssen die Antragsteller auch einen Einbürgerungstest bestehen.

Ein Anspruch auf die Einbürgerung besteht (bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen) erst nach 8 Jahren Aufenthalt in Deutschland. Diese erforderliche Aufenthaltsdauer kann im Einzelfall verkürzt sein. So kann z. B.  für Asylberechtigte, andere Flüchtlinge und Staatenlose die erforderliche Aufenthaltsdauer auf 6, für Ehegatten von Deutschen auf 3 Jahre, für Menschen mit besonderen Integrationsleistungen oder guten Sprachkenntnissen auf 7 oder 6 Jahre verkürzt werden.

Mit der Annahme der deutschen Staatsangehörigkeit ist in vielen Fällen die Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit verbunden. Ausnahmen gelten für Unionsbürger oder bei Vorliegen besonderer Härtefälle, wenn die Aufgabe der ursprünglichen Staatsangehörigkeit nicht möglich oder unzumutbar ist.

Wir beraten Sie gerne über alle Fragen zur deutschen Staatsangehörigkeit ausführlich und individuell in unserer Kanzlei.