Welche Unternehmensform ist die richtige?

Kathegorie: Gesellschaftsrecht
Erstellt am: 14-05-2013 10:10
Welche Unternehmensform ist die Richtige ? Diese und andere Fragen stellen sich nicht nur Neugründer, sondern auch gestandene Unternehmer, die im Rahmen von Geschäftserweiterungen, Restrukturierung, Sanierung oder Zusammenschluss mit ihren Geschäftsideen voran kommen wollen.

Beliebt ist seit der Einführung durch das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts (MoMiG) die sogenannte "Mini-GmbH" oder "UG". Diese neuartige Form der GmbH wird nach wie vor bevorzugt, weil sie zunächst wenig Kapitaleinsatz fordert. Sie ist auch eine Kapitalgesellschaft wie die "normale" GmbH und die AG. Wegen des geringen Kapitaleinsatzes wäre die Alternative für eine Gründergemeinschaft eine Personengesellschaft wie die Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR).

Die Wahl der Rechtsform ist eine Entscheidung, die gut überlegt werden sollte. Man sollte gerade vor Begin der Tätigkeit und spätestens unmittelbar vor einem geplanten Marktauftritt sich festlegen. Wer hier lange wartet, muss nicht nur mit steuerlichen Nachteilen rechnen, sondern wird es gegebenenfalls schwer haben, Dritte oder Investoren von dem Produkt beziehungsweise der Leistung der Firma zu überzeugen. Einher gehen auch Haftungsrisiken, wenn nach Außen mit der Tätigkeit begonnen, aber die Unternehmensform noch nicht getroffen wurde.

Aus der praktischen Erfahrung wird vielen Unternehmensbeteiligten erst später bewusst, dass sie bereits beim gemeinsamen Auftritt nach Außen und der Verfolgung eines gemeinsamen Zweckes automatisch schon eine sogenannte GbR (Gesellschaft des bürgerlichen Rechts) gebildet haben. Diese Rechtsformwahl ist in der Regel günstig und bequem durchzuführen, aber auch riskant. Existiert zum Beispiel kein Gesellschaftsvertrag, der unter anderem Abstimmungsregelungen oder die Verteilung des Gewinns umfassen sollte, kann es schnell zu Streitigkeiten kommen.

Noch problematischer kann es werden, wenn das Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten gerät. Dann müssen die Gesellschafter einer GbR gegenüber Gläubigern auch mit dem Privatvermögen geradestehen. Investoren beteiligen sich daher meist nicht an einer GbR.

Wenn die Unternehmer auf Investitionen und Beteiligungen Dritter abzielen, sollte die Überlegung zur Gründung einer GmbH, entweder in "konservativer Form" mit Stammkapital von 25.000 EUR oder als UG, nahe stehen. Denn ähnlich wie ihre große Schwester, die "normale" GmbH, ist die "Mini-GmbH" (UG) auch haftungsbeschränkt. Sollten Forderungen gegen das Unternehmen geltend gemacht werden, wären die Beteiligten einer GmbH, im Unterschied zur GbR, mit ihrem Privatvermögen grundsätzlich geschützt, und sie würden nur in Höhe ihrer Einlagen in die GmbH haften.

Die Gründer einer UG müssen allerdings jährlich 25 Prozent ihres Gewinns zurücklegen, bis sich in der UG mehr als 25 000 Euro Stammkapital gesammelt hat. Danach kann die UG in eine vollwertige GmbH umgewandelt werden.