Immer öfter merken die Internetnutzer dass die Ware, die sie vor paar Minuten oder sogar Tagen im Online-Handel gesucht haben, danach ständig auf verschiedenen anderen Internetseiten angezeigt wird. Solche Vorgänge ermöglicht ein sogenannter „Remarketing“, der zur Zeit sehr aktiv im Online Marketing benutzt wird.

Der von Google angebotene Remarketing (bzw. Retargeting) funktioniert in folgender Weise: der Besucher einer Internetseite wird durch spezielle Trackingmethoden verfolgt und seine Interessen bzw. Suchanfragen werden vermerkt. Im weiteren Verlauf werden dann die Werbeanzeigen auf anderen Seiten durch Cookies so angepasst, dass der Internetnutzer genau das sieht, worauf er vor kurzem Interesse gezeigt hat. Dabei wird ein klares Ziel verfolgt: einen neuen potentiellen Käufer zu gewinnen und sie zum Kauf zu bewegen.

Doch sind solche, auf dem ersten Blick klare Vorgänge rechtlich gesehen gar nicht klar. Die personalisierte Werbung setzt unstrittig voraus, dass die Daten des Besuchers angetastet werden. In diesem Zusammenhang ist es geboten, auf die Besonderheiten und Voraussetzungen für die rechtmäßige Remarketing-Benutzung hinzuweisen.

Betreiber einer Internetseite, die Remarketing nutzen, müssen der Informationspflicht nachkommen und ihre Besucher über alle datenrechtlich relevante Vorgänge aufklären. Dies setzt voraus, dass eine Datenschutzerklärung sichtbar platziert wird und den rechtlichen Anforderungen genügt:

  • transparente Aufklärung darüber, dass die Nutzung von Remarketingtechnologien bereits durch Aufruf der Internetseite gestartet wird sowie eine hinreichende Beschreibung der Vorgehensweise, wie und welche Daten verwendet werden

  • Informationen darüber, wie die andere Internetseiten ihre Anzeigen mithilfe von Cookies einschalten

  • detaillierte und klare Ausführungen darüber, wie man diese Funktion deaktivieren kann ggf. mit erforderlichen Linken

Zu beachten ist zudem, dass im Mai 2017 Google diese Remarketing-Funktion erweitert hat und seitdem die personalisierte Anzeigenwerbung auch geräteübergreifend erfolgen kann. Zum Beispiel, haben Sie auf Ihrem PC bestimmte Ware gesucht, so können Sie die entsprechenden Werbeanzeigen später auch beim Internet-surfing mittels Handy beobachten.

Fraglich ist in dem Zusammenhang, ob die Datenschutzerklärung anhand dieser Erweiterung auch geändert werden muss. Google selbst macht dazu keine klaren Angaben. Wir empfehlen jedoch die Datenschutzerklärung zu ergänzen und den Nutzer deutlich darauf hinzuweisen, dass jetzt die Remarketing auch geräteübergreifend erfolgen wird.

Es existieren zahlreiche Formulierungsmuster für Datenschutzerklärungen. Sie können aber nicht pauschal für jede Internetseite angenommen werden. Die genaue Formulierungen hängen stets von Besonderheiten der Internetseiten ab und müssen dementsprechend sorgfältig und einzelfallbezogen formuliert werden.

Hinweis: Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung nicht ersetzen. Bitte kontaktieren Sie uns für eine erste unverbindliche, einzelfallbezogene Einschätzung Ihrer Situation.