In der Praxis ergibt sich zunächst einmal für Deutschland als Vollstreckungsmitgliedstaat, dass ein Titel, der in einem Mitgliedstaat bestätigt worden ist gemäß § 1082 ZPO auch im Inland vollstreckt werden kann, ohne dass es einer Vollstreckungsklausel bedürfte.

Der Europäische Vollstreckungstitel wird ferner genauso behandelt wie ein inländischer Titel, so dass die vom deutschen Zwangsvollstreckungsrecht vorgesehenen Rechtsbehelfe und Sicherungsmaßnahmen anwendbar sind.

So ist es denkbar, dass das Gericht gleichzeitig einstweilige Maßnahmen zur Sicherung der Forderung des Gläubigers in das Vermögen des Schuldners einleiten kann.

Für die Vollstreckung des Titels gilt das Recht des EU-Landes, in dem um Vollstreckung der Entscheidung ersucht wird. Wenn wir hier in Deutschland tätig werden also das deutsche Vollstreckungsrecht. Der Gläubiger muss Folgendes vorlegen:

• eine Ausfertigung der Entscheidung,

• eine Ausfertigung der Bestätigung als Europäischer Vollstreckungstitel,

• gegebenenfalls eine Transkription der Bestätigung als Europäischer Vollstreckungstitel oder eine Übersetzung dieser Bestätigung in die Amtssprache des EU-Vollstreckungslandes oder eine andere Sprache, die dieser Staat zulässt.

Dem Gläubiger darf wegen seiner Eigenschaft als Ausländer oder wegen Fehlens eines inländischen Wohnsitzes oder Aufenthaltsorts im EU-Vollstreckungsland weder eine Sicherheitsleistung noch eine Hinterlegung gleich welcher Art auferlegt werden.

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