PayPal: worauf muss man als Verkäufer achten?

Kathegorie: Internetrecht
Erstellt am: 07-09-2016 10:08

In der täglichen Praxis unserer Kanzlei tauchen immer wieder Fälle zu Betrügen im Internet auf. Die meisten Verkaufsplattformen sowie Zahlungsdienste versuchen, starre Regelungen zu schaffen, um Rechte des Käufers sowie Verkäufers bestmöglich zu schützen. Trotzdem gelingt es oft den Betrügern, diese Regelungen zu umgehen.

Beispielsweise ein typischer Fall: der Verkäufer erhielt das Geld und übergibt die Ware persönlich an den Käufer. Ein paar Tage später wird der Betrag von seinem PayPal-Konto wieder abgebucht mit der Begründung, dass das Konto mit dem bezahlt wurde, gehackt und vom Käufer unrechtmäßig benutzt worden war. Der Verkäufer bleibt im Endeffekt ohne Ware und ohne Geld.

Grundsätzlich bieten die PayPal-Richtlinien dem Verkäufer einen angemessenen Verkäuferschutz. Der unterliegt aber gewissen Einschränkungen, die die Verkäufer oft nicht wissen. In dem obengenannten Fall zum Beispiel, konnte der Verkäufer sich nicht auf den Verkäuferschutz berufen und das Geld verlangen, weil dies bei Selbstabholung ausgeschlossen ist. Demzufolge ist es geboten, sich rechtzeitig über PayPal-Regelungen zu informieren.

Wann gilt der PayPal-Verkäuferschutz nicht:

- bei Selbstabholung der Ware vom Käufer

- die Ware wurde an eine andere Adresse als bei PayPal gespeichert abgesendet

- es handelt sich um einen Verkauf von "immateriellen Gütern, Dienstleistungen, Geschenkgutscheine und weitere nicht physische Güter" sowie Artikel die nicht versandt werden wie z.B. Fahrzeuge, einschließlich Boote und Flugzeuge

- die Zahlung erfolgte nicht als Ganzes, sondern Teilzahlung, etc.

- der Verkäufer erhebt eine Extra-Gebühr für Zahlung per PayPal

Daraus kann man schließen, dass die Selbstabholung eine riskante Vorgehensweise ist. Besteht der Käufer trotzdem darauf, wäre es vernünftig, die Ware nur gegen Barzahlung zu übergeben. Ansonsten bleibt als sichere Variante, die Absendung der Ware an die bei PayPal angegebene Adresse mit der Option der Sendungsverfolgung. Denn im Streitfall kann der Verkäufer durch Vorlage einer Online-Nachverfolgungsnummer eines unabhängigen Versandunternehmens oder eines Einlieferungsbelegs den Versand nachweisen und seine Rechte durchsetzen.

Hinweis: Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung nicht ersetzen. Bitte kontaktieren Sie uns für eine erste unverbindliche, einzelfallbezogene Einschätzung Ihrer Situation.